

Donnerstag, 28.05.2026
Mit den Bauarbeiten an der Hochrheinbahn kommt in Bad Säckingen ein Stück Geschichte wieder ans Licht: Der Bahnhof Säckingen (bis 1978 ohne den Zusatz „Bad“) war in der Zeit von 1913 bis 1977 bereits einmal für den Bahnbetrieb elektrifiziert. Im Zuge des baubedingten Vegetationsrückschnitts wurden kürzlich alte Fundamente der Oberleitungsmasten wieder freigelegt – ein guter Anlass für einen Rückblick.
1908 bewilligte der Badische Landtag erste Mittel in Höhe von 100.000 Mark zur Vorbereitung der Einführung des elektrischen Betriebs auf der Wiesen- und Wehratalbahn. Am 23. Januar 1913 wurde die 19,7 Kilometer lange Versuchsstrecke Schopfheim – Säckingen erstmals unter Spannung gesetzt. An diesem Tag fuhr die erste Elektrolokomotive von Basel in Richtung Wiesental. Neun Monate später, am 13. September 1913, begann der reguläre elektrische Betrieb – zeitgleich mit der Inbetriebnahme des neuen Badischen Bahnhofs in Basel.

Der Triebwagen ET 25 019 a/b wendet im Jahr 1954 im Bahnhof Säckingen zur Fahrt nach Schopfheim.
Der zunehmende Pkw- und Lkw-Verkehr ließ die Nachfrage auf der Wehratalbahn allerdings stark sinken. Am 23. Mai 1971 wurde der Personenverkehr deshalb eingestellt. Zeitgleich endete der elektrische Betrieb. Die Oberleitung blieb zunächst unter Spannung, wurde jedoch im Dezember 1977 nach einigen tragischen Unfällen abgeschaltet. Im Folgejahr wurden Oberleitung und Masten demontiert. Die Turmmasten im Bahnhof Bad Säckingen blieben bis Mitte der 1990er Jahre für eine mögliche Elektrifizierung der Hochrheinbahn bestehen. Der Güterverkehr blieb zwischen Bad Säckingen und Wehr noch bis 31. August 1990 erhalten.

Alte Mastfundamente am Bahnhof Bad Säckingen, die in diesem Jahr freigelegt wurden.